Zero‑Click‑Ära: Wohin steuert SEO 2026?

SEO fühlt sich 2025 anders als noch in meinem Rückblick vom Dezember 2023, in dem ich nach dreizehn Jahren SEO‑Praxis Bilanz zog und festhielt, dass Geduld, Qualität und Nutzerfokus sich ausgezahlt haben.

Stehen die Erfolgsfaktoren Content‑Qualität, On‑Page‑Optimierung mit Fokus „Mobile First“ und Backlinkaufbau weiter im Fokus?

Wohin geht die SEO-Reise in der Zero‑Click-Ära? Was tun wir gegen die massiven Klick-Verluste der letzten Monate?

Zero‑Click‑Ära – Eine Einordnung

In den letzten achtzehn Monaten hat sich die Search-Spielwiese dramatisch verschoben: Google nimmt Websites immer mehr Klicks weg:

Durch den Google AI-Mode, der Suchanfragen direkt beantwortet, eigene Google Dienste (My Business) und Websites, die in den letzten Jahren (in meinen Projekten) nicht mit oben mitgespielt haben, werden auf einmal von Google präferiert.

Studien belegen die Zero-Click-Ära:

Infos zur Studie auf Search Engine Land vom Juli 2024, Quelle: https://searchengineland.com

  • Fast 60 Prozent aller Google‑Suchen enden 2024 ohne jeden Klick (Search Engine Land, Similarweb).
  • Knapp 30 % der Klicks gehen dabei auf Googles eigene Dienste, wie die Zero-Click-Studie von Rand Fishkin zeigt.

Die „Null-Klick-Suche“ liegt vor, wenn Nutzer ihre Sitzung beenden oder eine neue Suchanfrage eingeben, ohne auf ein Ergebnis zu klicken. Sie haben ja zuvor die Antwort durch beispielweise „AI Overviews“ erhalten.

Seit Google in der Suche den AI‑Mode mit „AI Overviews“ prominent ausspielt, gleicht jede Anfrage einem Chat:

  • Der Nutzer sieht zuerst eine generierte Antwort, begleitet von ein paar Quellen‑Links, und scrollt nur dann weiter, wenn etwas offenbleibt.

Das sieht so aus:

Suchanfrage „beste KI für Google“ Juli 2025

Suchmaschinenoptimierer müssen sich jetzt mit „Large Language Models (LLM)“ auseinandersetzen, um über KI-Sprachmodelle Klicks zu generieren.

LLM steht vereinfacht für ein Sprachmodell, eine Art von künstlicher Intelligenz, die darauf trainiert ist, menschliche Sprache zu verstehen und zu generieren. Dabei entstehen Textzusammenfassungen, Videos oder Codegenerierungen. Beispiele für LLMs sind GPT-3 oder LaMDA, die in Chatbots eingesetzt werden.

SEO bleibt – GEO kommt

Generative Engine-Optimierung (GEO) ist das neue Buzzword. GEO ist die aufkommende Praxis, Inhalte für die Auffindbarkeit und Relevanz generativer KI-Modelle wie ChatGPT optimiert.

Mit der weit verbreiteten Nutzung von KI-Tools ist GEO jetzt ein wesentlicher Treiber für Leads. Bereits Anfragen aus ChatCPT sind in den letzten Monaten bei unseren Kundenprojekten erzielt worden:

Lead-Eingang über ChatCPT

Der neue Bereich in der SEO-Welt ist garantiert ähnlich der traditionellen Google-Suchmaschinenoptimierung. Wer seine Website, die Inhalte und vor allem die Story passend präsentiert, der gewinnt. Die Website bleibt Anker für Leads.

Wie optimieren wir jetzt für 2026?

Bleiben die Rankingfaktoren

  • Content‑Qualität
  • On‑Page‑Optimierung mit Fokus „Mobile First“
  • Backlinkaufbau

wie vor 2 Jahren prognostiziert, um heute in ChatGPT, Gemini, Perplexity und Copilot genannt zu werden?

Ja, die drei Grundsäulen Content, On‑Page und Linkaufbau spielen weiterhin eine bedeutende Rolle.

In sich wird es aber komplexer.

GEO verlangt Struktur, Klarheit und Quellen. Gleichzeitig ändert sich das Suchverhalten der User. Je einfacher die Sprachmodelle Information verarbeiten, umso höher ist unsere Sichtbarkeit.

SEO und GEO zielen beide darauf ab, die Online-Sichtbarkeit zu erhöhen, wobei sich der Fokus beider Disziplinen bei der Optimierung unterscheiden:

  • SEO-Fokus: Keywords, Content, Backlinks, On-Page-Optimierung.
  • GEO-Fokus: Strukturierte Daten, klare Antworten, umfassende Inhalte, Kontextualisierung.

SEO und GEO schließen sich nicht aus. Die beiden Disziplinen ergänzen sich.

Wer für SEO optimiert, optimiert gleichzeitig auch zu einem Teil für GEO – und umgekehrt. Nicht jede SEO-Maßnahme wirkt automatisch auch bei GEO – und umgekehrt. Dafür sind die Systeme und wie sie die Signale und Feedback-Zyklen verarbeiten und bewerten zu unterschiedlich. Es gibt Überlappungen (gute Inhalte, saubere Technik, Autorität), doch die Schnittmenge ist klein.

Wer lediglich die bestehenden SEO-Checklisten abarbeitet, erreicht zwar weiterhin organische Rankings, verschenkt aber Sichtbarkeit in AI-Overviews und Chat-Antworten. Umgekehrt wird ein streng GEO-fokussierter, aber technisch langsamer oder backlink-armer Auftritt keine Rankings und Traffic bringen.

Worauf ich jetzt setze:

  1. Story & Content: Eine originelle, vertrauenswürdige Story und die daraus entstehenden, hochwertigen Inhalte führen zu Expertise und somit Trust bei Google und KI-Modellen.
  2. Website: Eine mobil, optimierte Website, die auf Barrierefreiheit und Performance ausgerichtet ist.
  3. Aktivität: Die Verbreitung der Story über alle wichtigen Social-Media-Plattformen und daher gehendes Social-Media-Engagement führen zu positiven Signalen bei Suchmaschinen und LLMs.
  4. Linkaufbau: Backlinks aus Premiumportalen und lokalen Branchenbüchern zählen weiter als Rankingfaktor.

So zur Theorie.

Ergebnisse werden sich zeigen.